Dass in ausnahmslos allen Geschehnissen eine Notwendigkeit liegt, und uns in aller Realität immer auch die Wahrheit selbst (Gott) begegnet, diese Erkenntnis vermittelte auch der jüdische Philosoph Baruch Spinoza in seinem Postulat:
Jede Erscheinung beweist ihre Notwendigkeit durch ihr Dasein. Baruch Spinoza
Indem wir das bisher Böse, das Sinn- und Geistlose, als notwendig und von Gott gegeben betrachten und annehmen, werfen wir es dadurch mit aller Heftigkeit zurück auf Gott, als den Urheber aller Geschehnisse. Denn wie gesagt, all das Unannehmbare, das wir im Vertrauen auf Gott erleiden, das leiden wir von nun an nicht mehr allein, vielmehr leidet es Gott mit uns.
Durch dieses Zurückwerfen auf Gott wird menschliches Leid zum Leid Gottes, und das ist notwendig. Denn erst dann, wenn unser Leid zu Gott hindurchdringt, kann es getragen, ertragen und überwunden werden. Unser kindliches Vertrauen in einen höheren Sinn nötigt Gott förmlich, sich mit unserem Leid zu identifizieren. Diese Grundwahrheit hat uns Jesus aufgezeigt. Dort, wo wir das Mitleid Gottes erregt haben, da muss Gott tätig werden und unser Leid wandeln. Unser unerschütterliches Vertrauen in einen übergeordneten Sinn (Gott) ist das unzertrennliche Band, durch das wir uns an Gott binden und er sich an uns.
Wo der Mensch in wahrem Gehorsam aus seinem Ich herausgeht und sich dem Seinen entschlägt, ebenda muss Gott notgedrungen hinwiederum eingehen; denn wenn einer für sich selbst nichts will, für den muss Gott in gleicher Weise wollen wie für sich selbst. Meister Eckhart
Von jeher lag es in der Fähigkeit des Geistes, alle Beschwernisse des Lebens zu verwandeln. Wandlung heißt hier, dass alles bisher Geist- und Sinnlose nun Geist und Sinn erhält und zwar derart, dass bisher Bedeutungsloses deutbar wird. In der positiven Deutung der Dinge, die uns ängstigen, liegt unser Trost. Dass wir diese Wahrheit von Grund auf erkennen, auch darin liegt der tiefe Sinn der Mission Jesu.
Was man verstehen gelernt hat, das fürchtet man nicht mehr. Marie Curie