Wer sich der Bibel nähern will, sich von engstirnigen theologischen Exzessen aber nur vom Wesentlichen abgelenkt fühlt, wer sich von der Bibel Orientierung in schwierigen Zeiten erhofft, dem wünsche ich dieses Buch in die Hand- für mich war es eine wahre Entdeckung . Dieses Buch liest man nicht linear - wie die Ringe auf dem Cover ist es konzentrisch aufgebaut, schon das etwas, was ich so vorher nicht kannte. Der Autor filtert die ethischen Essenzen" des Neuen Testaments heraus, mit einem geistigen Abstand, den man als Christ eigentlich nur für andere Religionen hat. (Zu denen der Autor auch immer wieder querverweist). Dabei wird einem erst deutlich wie gleichzeitig aktuell und archaisch, weil so zutiefst menschlich diese Botschaften sind und wie unversehrt sie durch ihre metaphorische Sprache für uns heute konserviert wurden.
Vorwärtsgehen, ohne vorzugehen.
Einnehmen, ohne zu nehmen.
Halten, ohne zu behalten.
Siegen, ohne zu obsiegen.
Lao Tse
Zitiert aus Essenzen Kundenrezension bei Amazon
Eine faszinierende Sicht, natürlich nicht neu, aber so präzise auf den Nenner gebracht, dass sich eine Veröffentlichung auszahlt, ja eine Bereicherung für viele bedeuten würde. Im Grunde ist das keine Neuinterpretation des Selbstverständnisses Jesu, sondern eine Auslegung der traditionellen. Und natürlich habe ich vieles von dem zum Beispiel schon bei Pater Willigis gelesen, doch so prägnant auf das Kreuzesopfer Jesu enggeführt - das ist ein Novum, das unbedingt einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollte.
Das Manuskript ist meiner Meinung nach sehr lehrreich und bildend im umfassenden Sinn. Es erweitert den Horizont und zeigt den Weg zur Erkenntnis. Zudem hilft es, den alten Gegensatz zwischen Orthodoxie und Gnostik zu überwinden; denn in Wirklichkeit gibt es da überhaupt gar keinen. Er wurde künstlich hochgezogen, ich nehme einmal an, weil es um Macht gegangen war, um' s einmal ganz trivial zu sagen: es ging um die Verteilung der Pfründe. Natürlich steht das auch heute noch bei vielen Auseinandersetzungen im Hintergrund.
Alle Traditionen enthalten ja eine tiefe Wahrheit, die denjenigen, der sie mit Liebe annimmt, selbst dann trägt, wenn er sie nicht so aufschlüsseln kann, wie das Herr Vogel getan hat.
Ein Theologe
Ich hatte Gelegenheit, das Buch schon in Manuskriptform zu lesen und auf mich wirken zu lassen. Es gibt darin wenig Hinweise auf konkrete Situationen, auf den ersten Blick keine Beispiele aus dem Leben des Autors oder anderer Zeitgenossen. Wie kann es aber sein, dass nun die Botschaft Jesu anders in meinen Alltag eingeht als bisher? Elmar Vogel tut nichts anderes, als an das Vertrauen der Leser zu appellieren und den alles verändernden Lerneffekt der Bergpredigt hervorzuheben. Er nimmt sich als Ich ganz zurück, kann seine Aussagen mit natürlicher Selbstverständlichkeit machen, da er sie zutiefst erprobt und lebt.
Elmar schreibt bildhauerisch. Mit eindringlichen, manchmal variierend wiederholten Ausführungen legt er - wie beim Schaffen einer Skulptur - Wesentliches und Verborgenes frei. Oder er passt wertvolle Bruchstücke aus Fremdtexten ein wie in ein Mosaik. Oder er baut auf, formt aus recht unkonventionellem Material (siehe sein Spektrum an Zitatquellen) eine Gedankengestalt von zeitloser Bedeutung. Sein Material sucht er nach dem Kriterium aus, den Geist Jesu darin zu entdecken. Wiederzufinden, was er im Grunde bereits kennt, so stellt es sich mir dar. Er bringt dem Leser nahe, dass Glaube kreativ sein darf. Wer sich auf dieses Buch einlässt und Vertrauen in den Sinn aller Ereignisse fasst, der erlebt und lebt anders, überwindet die Grenzen des oberflächlichen Stumpfsinns und der kleinlichen Enge.
Elise aus Krefeld
Täglich lese ich mit wachsender Begeisterung in diesem Buch. Die Seiten 30-36 habe ich regelrecht gekaut. Das sind für mich schon ziemliche Essenzen. Ich bin ja gespannt, wie viel weiter es noch geht! Das alles passt exakt zu meiner augenblicklichen Situation. Z.B. daß man erstmal subjektive Beteiligung ins Leben investieren muß um ein erfülltes Leben zu haben, finde ich sehr richtig. Der Vergleich mit Kunst und Musik ist da gut gewählt. Und den Satz „Das emotionale Element macht den wesentlichen Teil unserer menschlichen Wirklichkeit aus.“ kann man nicht genug betonen. Aber das wissen die meisten Menschen nicht. Man wird dazu erzogen objektiv zu sein und hat dann am Schluss gar nichts mehr vom Leben. Überhaupt: was ist schon objektiv?
Eric aus München